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Gesundes und Aktives Altern in Radevormwald

Was soll durch das Projekt erreicht werden?

Die Anzahl der älteren Menschen nimmt ständig zu und diese älteren Menschen leben immer länger. Dieses längere Leben möchten sie so aktiv und selbständig wie möglich führen.

Die WHO hat sich mit ihrem Programm Active Ageing zum Ziel gesetzt, diese aktive und selbständige Lebensführung zu fördern und damit die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern.

Der Grad der Selbsttätigkeit, des Selbstbewusstseins und der Selbständigkeit sind positiv mit Gesundheit assoziiert. Das Projekt versucht diesen Grad für die beteiligten Menschen zu erhöhen.
Das Projekt sieht vor, mit den bestehenden Ressourcen in einer Kommune die Gesundheit älterer Menschen nachweisbar und effizient zu verbessern. Dies geschieht durch einen aufsuchenden, klientenzentrierten Ansatz wie durch intersektorale Zusammenarbeit auf lokaler Ebene.

Das Projekt arbeitet auf zwei Interventionsebenen: Erstens auf der Basis der individuellen Bedürfnisse, zweitens auf einer systemischen Ebene, d.h. es versucht Barrieren zu benennen und anhand innovativer Strategien zu überwinden. Dies sowohl auf lokaler Ebene als auch auf Landesebene.

In Radevormwald werden als Zielgruppen der Intervention diejenigen Personen über 55 Jahre ausgewählt, die in dem Prozess „Ausscheiden aus dem Erwerbsleben und Eintritt in die Rente“ stehen oder kürzlich ihren langjährigen Lebenspartner durch Tod verloren haben.

Wie sollen die Ziele erreicht werden?

Gesundheit von älteren Menschen wird zu einem großen Teil außerhalb des klassischen Gesundheitssektors geschaffen oder verhindert. Die Angemessenheit der Wohnung, der Sozialleistungen und des kulturellen Angebots, sowie die Verzahnung der Leistungen und ihre Orientierung auf die Bedürfnisse der Klienten beeinflussen maßgeblich die Gesundheitsentwicklung des Einzelnen und der Gemeinde. Diese Einsicht bedingt einen multidisziplinären Ansatz im Bereich der Öffentlichen Gesundheit. Deshalb soll das Projekt in einem ersten Schritt ermitteln, welche anderen wichtigen Entscheidungsträger konkret zur Gesundheit von älteren Menschen in unserer Kommune beitragen, und diese im Projekt zusammenführen.

Wer sind die Akteure im Projekt?

Die Anwälte und die Klienten

Aufgabe der so genannten Anwälte ist es, zwischen den persönlichen Zielen, Erwartungen und Bedürfnissen des Klienten und den professionellen Diensten zu vermitteln. Zu diesem Zweck führen Anwalt und Klient Gespräche, in denen die im Sinne eines „aktiven Alterns“ gewünschten Ziele ermittelt werden und festgestellt wird, mit welchen Maßnahmen diese Ziele erreicht werden können. Viele dieser Ziele lassen sich vermutlich durch persönliche Bemühungen, einfache Hilfeleistungen oder durch soziale Netzwerke überwinden. Darüber hinaus werden individuelle Bedürfnisse ermittelt, die sich an professionelle Dienstleister im medizinischen, pflegerischen und sozialen Bereich richten.

Der Anwalt ist genau darüber informiert, welche in der Kommune vorhandenen Stärken, Ressourcen und Möglichkeiten ein aktives Altern fördern können und hat die Befugnis, mit dem Klienten ein auf dessen Bedürfnisse ausgerichtetes Leistungspaket zu schnüren.

Die am Projekt beteiligten Leistungsanbieter und Kostenträger verpflichten sich dieses Leistungspaket zu ermöglichen. Der Erfolg dieser Maßnahmen wird über den Verlauf des Projekts geprüft und den sich möglicherweise wandelnden Erfordernissen angepasst.

Insgesamt soll es dabei zu keiner Überschreitung des in der Kommune zur Verfügung stehenden Budgets kommen.

Das Gerontologische Beratungsteam

Der Anwalt wird von einem Team unterstützt, in dem folgende Funktionen zusammengefasst sind:

  • Gerontologisches Wissen
  • Pflegerische Kenntnisse
  • Geriatrische Kenntnisse
  • Sozialarbeiterkenntnisse
  • Genaue Kenntnis des Gemeinwesen
  • Verwaltungsressourcen für die Datensammlung und die Abfolge

Das Team trifft sich einmal in der Woche zu Fallbesprechungen und klärt die Fragen ab, die in den Gesprächen zwischen Anwalt und Klient offen geblieben sind.

Das Team ermittelt die auf dieser Ebene nicht zu überwindenden Barrieren für die Umsetzung des Projekts und legt diese Schwierigkeiten der lokalen Arbeitsgruppe vor.

Die lokale Arbeitsgruppe

Hier kommen alle Entscheidungsträger und vor allem die Leistungserbringer und Kostenträger zusammen und versuchen die konkreten Hindernisse, die sich in der Arbeit des gerontologischen Beratungsteams herauskristallisiert haben, möglichst niederschwellig zu beseitigen. Wobei allerdings auch hier anzunehmen ist, dass sich nicht alle Schwierigkeiten der intersektoralen Zusammenarbeit auf der lokalen Ebene ausräumen lassen.

Die Landesarbeitsgruppe

Deshalb wird eine weitere Arbeitsgruppe auf Landesebene eingerichtet, in der alle Sozialpartner, politisch relevanten Vertreter und sonstigen Akteure vertreten sind, die Einfluss auf die Gesundheit älterer Menschen in unserem Land haben. Dieser Gruppe werden jetzt generalisierbare Probleme vorgelegt, die sich aus der Praxis ergeben haben und eine effiziente intersektorale Arbeitsweise erschweren. Aufgabe dieser Arbeitsgruppe ist es, die noch vorhandenen Probleme zu beheben und das bestehende Versorgungssystem so abzuändern, dass es die weitere Arbeit nicht erneut behindert.

Die Arbeit der internationalen WHO Koordinationsgruppe

Der Erfolg einer intersektoralen Zusammenarbeit hängt von den strukturellen, organisatorischen und kulturellen Bedingungen sowie von der Bereitschaft und dem Engagement jedes Einzelnen ab. Das Regionalbüro für Europa der Weltgesundheitsorganisation führt in Zusammenarbeit mit seinen Partnern auf kommunaler und regionaler Ebene - in zunächst vier unterschiedlichen Ländern Demonstrationsprojekte zu „Gesundem Altern“ durch und führt die Mitgliedsländer in einem Verbund zusammen. In einer internationalen Arbeitsgruppe werden die allgemeinen Lehren aus den unterschiedlichen Projekten zusammengetragen, ausgewertet und für die politische Unterstützung der WHO-Mitgliedsstaaten bei der Neuausrichtung ihrer Gesundheitssysteme genutzt.

Wissenschaftliche Begleitung des Projekts

Ein solch innovatives Projekt braucht eine wissenschaftliche Begleitung. Ihre Aufgabe ist es, sich an der Erarbeitung der Fragebögen für die Klientenbefragung zu beteiligen und den gesamten Prozess zu begleiten. Sie leistet eine Evaluation sowohl im Hinblick auf die gesundheitliche Entwicklung der Zielgruppe als auch im Hinblick auf die organisatorischen Veränderungen zwischen den beteiligten Einrichtungen. Besonders soll die Praktikabilität eines solchen Ansatzes in der Umsetzung untersucht werden.

Wer koordiniert und leitet das Projekt?

Die Projektmanagementgruppe: ihre Aufgabe ist die Steuerung und das Monitoring des Projekts und seine Vertretung nach außen. Außerdem hat sie die Verantwortung für die Einhaltung des Gesamtbudgets und die Projektmittel.

Darüber hinaus wird es eine Projektkoordinationsleitung geben, der die Projektmanagementgruppe, die WHO, Regionalbüro Europa und die Mitglieder des wissenschaftlichen Begleitzentrums angehören werden. Sie koordiniert und leitet das Projekt auf allen Ebenen und bildet die Verbindung zu den anderen WHO Projekten im In- und Ausland.

Als jederzeit persönliche Ansprechpartner fungieren die Projektverantwortliche Frau Bill und der Projektkoordinator Dr. Hikl.

Wann beginnt das Projekt und wie lange dauert es?

Im Januar 2002 ist mit einer Auftaktveranstaltung das Projekt der Öffentlichkeit bekannt gemacht worden. Bis Mai 2002 werden die Anwälte und die Mitglieder des Mobilen Gerontologischen Teams ausgewählt und geschult und im Oktober 2002 kann mit den Klientengesprächen begonnen werden. Von da an läuft das Projekt in Radevormwald zwei Jahre, danach folgt noch eine Auswertungs- und Schlussphase.

Übersicht:

































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